Unterricht (Klavier, Keyboard, Orgel...)

Kadenzen, Quintenzirkel, Improvisation...

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mott
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Unterricht (Klavier, Keyboard, Orgel...)

Beitrag von mott » 13.08.2006 10:57

Hallo erst mal.
Ich hab mich bereit erklärt einen kleinen Text zu schreiben, in dem es um "guten" Unterricht geht. Dabei ist nicht der Unterricht in einer Schule gemeint, also nicht der klassische Musikunterricht bei dem es um Kadenzen schreiben und Notenlesen geht, sondern der Musikunterricht einzeln- oder in der Gruppe mit seinem Tasteninstrument.

Was zeichnet denn überhaupt "guten" von "weniger gutem" Unterricht aus? Dass der Lehrer über riesiges theoretisches Wissen verfügt? Oder dass er gut mit (meist) jungen Leuten umgehen kann?

Ich denke er braucht von allem ein bisschen und noch viel mehr. :wink:


Ebenso möchte ich mich damit befassen was es für Vorteile oder auch Nachteile gibt wenn man sich bezahlten Unterricht nimmt, im Vergleich zum Autodidakten.


mfg mott
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Beitrag von mott » 13.08.2006 11:48

Guter und weniger guter Unterricht

Wie kann man "guten" von "weniger gutem" Unterricht unterscheiden?
Diese Frage stellt sich spätestens wenn man sich mit seinem Instrument angefreundet hat und damit weiter kommen möchte.
Dazu gehört allerdings auch die Frage was guten Unterricht ausmacht:

Zuerst sollte das Eigentliche im Vordergrund stehen, die Freude an der Musik!

Was damit gemeint ist, denke ich ist klar. Der Lehrkörper sollte dem Schüler den Spaß an der Sache vermittlen können. Kein Schüler will mit schlechten Gedanken an den bevorstehenden Unterricht zur Stunde zu gehen. Die schlechte Laune wirkt sich genauso auf den Lehrenden aus, sowie kontraproduktiv auf die Fortschritte.

Anregen außerschulische Beschäftigung mit Musik zu erweitern und zu vertiefen

Ein heikler Punkt ist oft das Ende der Unterrichtsstunde. Man geht nach Hause; doch denkt man dabei an das Musikstück, das man gerade geübt hat? Bemerkt man die musikalische Vielfalt in der Natur? Natürlich ist diese These etwas überzogen, doch das soll verdeutlichen, wie viel Musik "in der Luft liegt". Mit was und mit wem man alles Musik machen kann. Oft entstehen durch guten Unterricht Bands und hoffnungsvolle Musiker.

Disziplin

Disziplin gehört auf jeden Fall mit dazu. Sowohl vom Lehrer als auch vom Schüler sollte eine gewisse Portion Disziplin mitgebracht werden.
Sobald der Schüler diese nicht hat, wird er nicht mehr wirklich erfolgreich seine Lieder spielen, bzw. üben, im Gegensatz dazu, wenn der Lehrer dieselbige nicht mehr mitbringt, wird seine Leistung gegenüber des Schülers sinken und in gleichem Falle wird er nicht mehr weiterkommen.
Im Endeffekt wirkt sich das also doppelt negativ auf den Schüler aus.

Sympahtie und das "gut rüberkommen"

Als einen ebenso wichtigen Punkt wie die vorher genannten halte ich die Sympathie. Beide müssen auf einer gleichen Wellenlänge sein. Sonst versteht man sich nicht gut und die Leistung wandert wieder in den Keller. Diese zwischenmenschliche Beziehung halte ich für wichtig, da der Schüler den Unterricht auch mitgestalten sollte. Seine Fragen und Wünsche müssen respektiert, beantwortet und auch miteinbezogen werden. Man möchte in der heutigen Zeit schließlich einen maßgeschneiderten Unterricht geniesen.
Zu kurz sollten die Lerninhalte aber auch nicht kommen. Dafür muss der Lehrkörper sorgen. Die Gabe die Inhalte seiner Stunde dem Schüler gut anzueignen, hat auch nicht jeder. Am besten kann man dies bei einer Probestunde feststellen.

zusätzliche Anmerkungen

Ich persönlich möchte von meinem Lehrer sowohl musikalisches, als auch theoretisches Können vermittlet bekommen, wobei das musikalische deutlich im Vordergrund stehen sollte. Gerade Anfänger sollten nicht mit Musiktheorie überhäuft werden, sondern lieber ein paar leichtere Stücke zum spielen haben, da diese als Zugpferd für die nächsten Stunden dienen, sozusagen als Motivationshilfe.

Was ich wohl nicht extra zu erwähnen brauche ist, dass der Lehrer das Instrument in dem man unterrichtet wird selbst spielen können muss!

Außerdem halte ich es für sinnvoll, wenn der Lehrer eine gewisse "Vergangenheit" hat. Was ich damit meine ist, dass er sich schon früher mit dem Instrument auseinandergesetzt hat, möglichst in einer Band, als Alleinunterhalter, oder am Besten beides. Dies lockert den Unterricht oftmals auf, wenn man mal nicht über das Übungsstück reden will. Dann finde ich es sehr interessant zu hören, was er an Erfahrungen in den verschiedensten Sachen mit sich bringt.

Geeignet große Übungsräumlichkeiten sind von weiterem positiven Vorteil, sowie eine gewisse Anzahl an Übungsgeräten.


Hier endet der erste Teil meines Berichts. Ich habe ihn extra aus meiner Sichtweise geschrieben. Was mir nicht immer leicht gefallen ist, meine Gedanken in lesbare Schrift zu verwandeln, deshalb entschuldige ich mich bereits hier für das oftmals hochgestochene Schreiben!


mfg mott
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Beitrag von mott » 13.08.2006 12:08

Vergleich "unterricht" - "Autodidakt"

In meinem zweiten Teil der Dokumentation möchte ich auf die Vor- bzw. Nachteile des Unterrichts sowohl des Autodidakten eingehen.

Was bringt mir der Unterricht?

+ Eine fundierte Grundlage, auf der man gegebenenfalls später aufbauen kann in Form von einer eigenen Band, oder als Alleinunterhalter. Weiteres ist möglich!

+ eine gewisse Sicherheit bei dem was man tut.
Gemeint ist damit, dass man gezeigt bekommt, wie z.B. der Fingersatz bei einem Lied sein muss. Oder ob man den Akkord nun lieber in der 1. oder 2. Umkehrung greift um danach den nächsten leicht zu bekommen.

+ (meistens) verständlich beigebrachte Musiktheorie.
Man bekommt erklärt, wie Akkorde zusammen kommen, wie Kadenzen enstehen, was der Quintenzirkel ist, was es heißt forte zu spielen usw.

+ schnellere Erfolge bei Musikstücken
Da die Übungsstücke mit dem Lehrer besprochen/durchgegangen/vorgespielt werden, stellt sich hier ein schnellerer Erfolg ein. Somit weis man wie sich das neue Lied anhören muss, oder wie es gespielt werden sollte. Dieser Punkt greift stark in den Punkt "eine gewisse Sicherheit bei dem was man tut" über.

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- er kostet teures Geld.
Dies ist leider einmal Fakt. Kostenlosen Unterricht gibt es nicht und die Preise für eine Einheit sind meistens nicht gerade günstig.

- der Unterricht kostet extra Zeit.
Man muss eine gewisse Anzahl an Zeit mitbringen um zumUnterricht zu gelangen, die Einheit zu verbringen und nachher wieder nach Hause zu kommen. Wegfallen tut dies bei Lehrern die zu einem nach Hause kommen.



Was bringt es mir autodidakt zu sein?

+ Unabhängigkeit
Schließlich muss ich mich in keinster Weise nach meinem Lehrer richten, denn der bin ich selbst.

+ Zeitunabhängigkeit
Ich kann üben wann ich will und muss nicht zu einer vorgegebenen Zeit zum Unterricht erscheinen.

+ Liederauswahl
Ich spiele nur das was mir gerade Spaß macht und vielleicht nicht das was mir der Lehrer empfiehlt, da es gut für die Fingerkraft etc. ist.

+ Der Faktor Geld fällt weg
Geld muss nur noch für das Instrument ausgegeben werden und nicht noch zusätzlich für teuren Unterricht!



- ist das richtig was ich mache?
Stimmt denn das Lied jetzt so wie ich es spiele? Oder hört es sich an bestimmten Stellen doch etwas anders an? Jedem von uns ist es schon mal so gegangen dass man unwillkürlich nicht 100%ig nach den Noten gespielt hat, sondern so wie es sich für einen selbst richtig angehört hat.

- Theorie muss selbst beigebracht werden
Man muss sich die Theorie selbst aneignen, was oftmals nicht immer ganz einfach ist, durch bestimmte Literatur oder ähnliches...



Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig zwischen Autodidakt und bezahltem Unterricht. Beides sind zwei mögliche Modelle wie man sich das Spielen beibringen kann.
Eigentlich bzw, theoretisch gibt es ein gut/schlecht nicht. In der Praxis sieht das meistens anders aus.
Ich persönlich bin dafür, Unterricht zu nehmen. Dafür sprechen etliche Positivgründe, die nur wenigen (wenigeren) positiven Gründen angesichts des Autodidakten gegenüberstehen.

Schreibt bitte noch, entweder zum ersten oder zum zweiten Artikel, hinzu, was euch einfällt. Gerade bei den +/- Aspekten dürften noch einige hinzukommen, die mir in der jetzigen Situation nicht einfallen. Ich werde sie dann hier hineineditieren.


mfg mott[/b]
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Beitrag von JuergenPB » 13.08.2006 12:33

Mein Musikunterricht liegt schon "etwas" zurück....

Wie das oft so ist: das Kind will unbedingt ein Instrument lernen. - Bei mir war es Heimorgel. Das war damals, Anfang der 80er Jahre, ja ein großer Hyphe. Keyboards und sowas gab es da noch nicht. Nach langem Quengeln hab ich dann auch eine Orgel (Yamaha B-205) bekommen nebst dem Unterricht.

Mein Lehrer war ein diplomierter Kirchenmusiker, der auch Organist an einer Kirche in der Nachbarstadt war und neben Orgel auch noch Klavier und Klarinette spielt.
Der Unterricht fand bei ihm zuhause in seinem kleinen Musikzimmer statt, in dem eine für meine Kinderaugen riiiiesige Orgel und ein Klavier stand. Die Orgel war vermutlich - genau kann ich das jetzt nicht mehr sagen - eine E-30.

Gelernt wurde nach der berühmten oder berüchtigten Schneider-Schule mit den Zusatzheften von Willy Nagel.

Sehr schnell konnte man mit dieser Schule kleine Stücke spielen. Das erste war irgendein Kinderlied (Hänschen klein oder sowas), so daß sich auch schnell "Erfolg" einstellte.
Etwas kurz kam bei dem ganzen die Musiktheorie, die eher am Rande abgehandelt wurde.


Mit diesem Hintergrund würde ich folgendes zum Thema sagen
- wer ein Instrument vernünftig lernen will, sollte Unterricht nehmen
- der Lehrer, sollte sein "Fach" verstehen. Am besten sollte er Musik studiert haben; sei es als Musiklehrer oder als diplomierter Musiker
- Einzelunterricht ist m.E. besser als Unterricht in Gruppen
Gruß Jürgen

Wer andern eine Bratwurst brät, hat ein Bratwurstbratgerät.

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Beitrag von mott » 13.08.2006 12:43

- der Lehrer, sollte sein "Fach" verstehen. Am besten sollte er Musik studiert haben; sei es als Musiklehrer oder als diplomierter Musiker
- Einzelunterricht ist m.E. besser als Unterricht in Gruppen
Die beiden Punkte sind m.E. etwas zu kurz gekommen. Werd sie noch mit reinschreiben. Obwohl das mit den Gruppen ein bisschen difizil ist.


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